Tempo 30: Mehr Sicherheit, kaum längere Fahrzeiten
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Tempo 30: Mehr Sicherheit, kaum längere Fahrzeiten

Mehr Tempo bedeutet nicht automatisch schnelleres Ankommen. Das zeigt eine aktuelle Metastudie der Björn Steiger Stiftung zur Wirksamkeit von Tempo-30-Zonen. Ausgewertet wurden Studien und Datenerhebungen aus mehreren Städten. Im Fokus standen unter anderem Verkehrssicherheit, Fahrtdauer, Verkehrsaufkommen, Lärm und Emissionen.

Das zentrale Ergebnis: Tempo 30 verbessert die Verkehrssicherheit deutlich. In allen betrachteten Städten gingen nach Einführung niedrigerer Geschwindigkeiten die Unfallzahlen sowie die Zahl der Verletzten und Getöteten zurück. Besonders Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, profitieren von geringeren Geschwindigkeiten.

Gleichzeitig bleiben die befürchteten Nachteile für den Verkehrsfluss gering. Die Fahrtdauer erhöht sich meist nur minimal. Eine GPS-Auswertung aus Großbritannien kam zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass sich Fahrten auf einer Strecke von rund acht Kilometern im Durchschnitt um weniger als eine Minute verlängerten.

Bereits das Umweltbundesamt kam 2016 zu ähnlichen Ergebnissen. In der Veröffentlichung „Wirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen“ wird zusammengefasst, dass Tempo 30 in der Praxis häufig zu niedrigeren Geschwindigkeiten, wahrnehmbaren Lärmentlastungen und positiven Effekten für die Verkehrssicherheit führt. Die Leistungsfähigkeit innerstädtischer Hauptverkehrsstraßen wird in den meisten Fällen nicht nennenswert beeinträchtigt. Der ÖPNV (öffentliche Personennahverkehr) muss bei Tempo-30-Anordnungen jedoch gesondert betrachtet werden, insbesondere wenn Buslinien über längere oder mehrere Tempo-30-Abschnitte geführt werden.

Für Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern liefert die Metastudie gute Argumente, Tempo 30 dort stärker in den Blick zu nehmen, wo Menschen wohnen, einkaufen, zur Schule gehen oder mit dem Rad unterwegs sind. Niedrigere Geschwindigkeiten schaffen mehr Sicherheit, machen Straßen übersichtlicher und können die Lebensqualität in Städten und Gemeinden verbessern. Die StVO-Novelle bietet seit 2024 weitere Möglichkeiten zur Ausweitung von Tempo 30. Die AGFK MV unterstützt ihre Mitgliedskommunen dabei, sichere und lebenswerte Wege für alle Verkehrsteilnehmenden zu schaffen. Tempo 30 ist dabei kein Allheilmittel, aber ein wirksamer Baustein für eine kommunale Mobilität, die Sicherheit, Aufenthaltsqualität und gutes Vorankommen zusammendenkt.