Radverkehrsförderung ist nicht nur Verkehrspolitik
„Ein Gewinn auf vielen Wegen“ – so heißt der neue Wirkungsbericht zur Radverkehrsförderung des BMV und zeigt, welchen Nutzen Investitionen in den Radverkehr entfalten können. Damit liefert das Ministerium gute Argumente, Radverkehr nicht als freiwilliges „Spezialthema“, sondern als Querschnittsaufgabe zu argumentieren. Das BMV verbindet Radverkehr ausdrücklich mit Verkehrssicherheit, Gesundheit, Wirtschaft, sozialer Teilhabe, Stadt- und Ortsentwicklung, Tourismus und gerade im ländlichen Raum mit Daseinsvorsorge.
Fast 40 Prozent der Projekte liegen im ländlichen Raum
39,2 Prozent der Projekte des Sonderprogramms „Stadt und Land“ liegen im ländlichen Raum. Weitere 20,8 Prozent befinden sich im Stadt-Umland. Der Bericht macht damit deutlich: Radverkehrsförderung ist keineswegs nur ein Thema für Städte. Gerade für Flächenländer wie Mecklenburg-Vorpommern sind sichere Verbindungen zwischen Dörfern, Schulen, Arbeitsplätzen, Bahnhöfen und zentralen Orten von großer Bedeutung.
160 Kilometer straßenbegleitende Radwege in Mecklenburg-Vorpommern
Besonders erfreulich ist der direkte Blick auf Mecklenburg-Vorpommern. Laut Wirkungsbericht wurden hier im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt und Land“ insgesamt 160 Kilometer straßenbegleitende Radwege ausgebaut. Pro Kopf ist das bundesweit der höchste Wert. Das zeigt, dass die Fördermittel im Land sichtbar in konkrete Infrastruktur umgesetzt wurden.
Gleichzeitig bleibt die Aufgabe bestehen, aus einzelnen Abschnitten möglichst durchgängige und alltagstaugliche Netze zu entwickeln. Denn eine gute Radverkehrsverbindung entfaltet ihren Nutzen vor allem dann, wenn wichtige Ziele sicher und komfortabel miteinander verbunden werden.
Penzlin und Neustrelitz als Beispiel für mehrfache Wirkung
Wie solche Verbindungen aussehen können, zeigt der neue 13 Kilometer lange Geh- und Radweg entlang der B 193 zwischen Penzlin und Neustrelitz. Für das Projekt wurden sechs Millionen Euro investiert. Der neue Weg schließt eine wichtige Lücke in der Mecklenburgischen Seenplatte und verbessert sowohl den Alltagsradverkehr als auch die touristische Erreichbarkeit.
Der Wirkungsbericht bestätigt damit eine wichtige Erfahrung aus der kommunalen Praxis: Investitionen in den Radverkehr wirken weit über das eigentliche Verkehrsthema hinaus. Sie verbessern Erreichbarkeit und Sicherheit, stärken Tourismus und Lebensqualität und können gerade im ländlichen Raum einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge leisten.
Weitere starke Aussagen aus dem Bericht kurz dargestellt:
„Sichere Straßen für Kinder sind sichere Straßen für alle.“: Sicherheit sollte aus Sicht derjenigen geplant werden, die sich im Verkehr unsicher fühlen. Das BMV nennt dies den „Laura-Test“: Wenn eine Infrastruktur für ein elfjähriges Kind sicher und verständlich funktioniert, profitiert davon ein wesentlich größerer Personenkreis. Zugleich verweist der Bericht darauf, dass besonders Frauen und Personen, die mit Kindern fahren, separierte Radverkehrsanlagen bevorzugen.
Moderne Radverkehrsanlagen können das Unfallrisiko um bis zu 30 Prozent reduzieren. Gemeint sind insbesondere sichere, getrennte und ausreichend breite Anlagen. Für die kommunale Diskussion ist das eine der stärksten Zahlen des Berichts.
Aktive Schulwege haben einen messbaren Zusatznutzen. Schülerinnen und Schüler seien noch vier Stunden nach der Ankunft in der Schule 8 Prozent leistungsfähiger, wenn sie selbstständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen sind.
Radinfrastruktur wird zunehmend zum Standortfaktor für Unternehmen und Kommunen. Gute Erreichbarkeit erleichtert laut Bericht die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden. Das ist gerade angesichts des Fachkräftemangels ein Argument, das weit über Verkehrsplanung hinausgeht.
Schon relativ wenig regelmäßige Bewegung hat einen erheblichen gesundheitlichen Effekt. Das BMV nennt 100 Minuten Radfahren pro Woche, also ungefähr 15 Minuten täglich. Damit könne die Sterblichkeit signifikant, um bis zu ein Drittel, sinken.
67 Prozent wünschen sich mehr Fahrradstellplätze. Gerade für Bahnhofsumfelder, Zentren und Einzelhandel ist das eine gut kommunizierbare Zahl.
Radverkehr kann Ortsentwicklung und sozialen Zusammenhalt unterstützen. Der Bericht betont, dass zu Fuß Gehende und Radfahrende den öffentlichen Raum stärker als Begegnungsraum nutzen. Alltägliche Kontakte könnten soziales Vertrauen fördern und auch die gefühlte soziale Sicherheit erhöhen.
Radfahren kann Krankheitstage reduzieren. Der Bericht verweist darauf, dass bei regelmäßig mit dem Fahrrad pendelnden Beschäftigten das Risiko längerer Krankheitsausfälle von mehr als zehn Tagen um 18 Prozent sinkt.
Den gesamten Bericht finden Sie hier zum Download.
Text: Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Bild: BMV